Nicht mehr als ein Schritt in die richtige Richtung

Barcelona - Wer Nico Hülkenberg kennt, kann bestätigen, dass er Situationen stets sehr sachlich und nüchtern analysiert. Er würde Testergebnisse niemals überbewerten. Deswegen gibt es keinen Grund für Euphorie, obwohl Hülk den zweiten Tag der Winter-Testfahrten in Barcelona an der Spitze der Ergebnisliste beendet hat. Am Mittwoch fuhr er eine 1:22.608, was gleichbedeutend war mit der bis dato schnellsten Zeit der Testfahrten in Barcelona.

"Die schnellste Zeit gefahren zu sein bedeutet mir nichts", sagte Hülk. Abgesehen davon, dem Fahrer ein gutes Gefühl für das Auto zu geben, geht es beim Testen selbstverständlich um drei Hauptziele: Daten, Daten und noch mehr Daten. Die Daten, die in den vergangenen beiden Tagen vom Team gesammelt wurden, stellen eine gute Basis dar. "Das Auto war sehr gut fahrbar und unser Basis-Set-Up hat sich als guter Ausgangspunkt erwiesen, um alle verschiedenen Reifenmischungen zu fahrer", fügte Nico hinzu.

Aber es ist nicht nur die Fahrbarkeit des Autos, die das Team zufrieden stimmt. Der VJM05 hat sich mit 209 gefahrenen Runden ohne technische Probleme als sehr zuverlässig erwiesen, was einer Gesamtfahrleistung von 973 km entspricht. Schon letztes Jahr war die Zuverlässigkeit Trumpf und auch in diesem Jahr scheint das Team aus Silverstone ein gut funktionierendes Auto gebaut zu haben.

Wie gesagt, beim Testen dreht sich alles ums Datensammeln, was bisher erfolgreich verlief. "Nicos Feedback zum Auto ist weiterhin positiv und wir haben jetzt ein gutes Gefühl für die Set-Up-Richtungen, die wir einschlagen müssen, um noch mehr Leistung herauszukitzeln", sagte Jakob Andreasen, Chef-Ingenieur bei Sahara Force India.

Offensichtlich gibt es im Moment nicht viel, worüber man sich beschweren könnte und jedes Teammitglied freut sich auf die Saison. Dass Hülk am Dienstag die zweitschnellste und am Mittwoch die schnellste Zeit gefahren ist, hat den Optimismus sogar noch ein kleines bisschen vergrößert.

Jedoch wird niemand enttäuscht sein, falls Sahara Force India nicht beide Titel gewinnen sollte. Einfach deshalb, weil jeder weiß, dass erfolgreiche Testfahrten ein Schritt in die richtige Richtung sind - aber nicht mehr.


von Timo Gans

2012-02-23, 09:37 Uhr MEZ